Wenn du beim Einkaufen weniger Verpackungsmüll (mit-)kaufen willst, dann musst du versuchen, deine Lebensmittel und Kosmetika verpackungsfrei zu kaufen. Geh mal in den Supermarkt oder in die Drogerie deines Vertrauens und versuch, dies umzusetzen. Wahrscheinlich wird deine Beute sehr gering ausfallen. Wir haben es versucht und das Ergebnis war sehr frustrierend, wenn nicht schockierend.
Also mussten wir umdenken:
Wo bekommen wir Grundnahrungsmittel wie Müsli, Nudeln, Reis, Getreide, Nüsse, Hülsenfrüchte unverpackt her? In einem Unverpackt-Laden! Recherchiere mal, wo dein nächster Unverpackt-Laden liegt. Unserer befindet sich leider nicht in unserer Stadt (Frankfurt), der nächste ist in Mainz (Unverpackt Mainz). Dorthin fahren wir alle zwei Monate bewaffnet mit Einkaufsliste und ausreichend Behältnissen und machen unseren Großeinkauf für zwei Monate.
Üblicherweise kaufen wir Nudeln, Reis, Müsli, Cornflakes, Amaranth, Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Mandeln, Cashewkerne, Rosinen, getrocknete Tomaten, Datteln, Bohnen, Kichererbsen, Linsen, Gewürze, Tee, Gemüsebrühe, Mehl, Maisstärke, diverse Sorten vegane Schokolade (die günstigste und beste, die wir je probiert haben), Eier und Öl – alles in Bioqualität.
In regelmäßigen Abständen kaufen wir dort auch Rasierseife, Flüssigseife, Zahnseide und Denttabs (mehr dazu unter H wie Hygiene). Damit haben wir schon ganz schön viele Verpackungen gespart.
Wo bekommen wir frisches Obst und Gemüse in Bioqualität her? Entweder in einem Biosupermarkt, der Obst und Gemüse lose anbietet oder bei einem Lieferservice, bei dem man ein Gemüsekisten-Abo einrichten kann. Solche Services gibt es mittlerweile in vielen Regionen Deutschlands. Wir haben ein Abo bei Paradieschen und sind sehr zufrieden (siehe auch G wie Gemüsekiste).
Was Milchprodukte angeht, so kann man zumindest Milch, Sahne und Joghurt in Pfandflaschen kaufen. (Bei Sojajoghurt oder Reismilch wird es dann schon wieder schwierig.) An der Käse- oder Wursttheke ist man auf kooperative VerkäuferInnen angewiesen, die einem die Produkte in eine mitgebrachte Dose legen und nicht auf ihren Hygienevorschriften beharren. Hier sind Marktbeschicker manchmal etwas kooperativer.
Bei manchen Produkten hast du die Wahl, ob du sie in einer Plastik- oder Papierverpackung kaufst (z.B. Tiefkühlgemüse oder -früchte), in einer Dose oder in einem Glas (z.B. Mais), aus Papier oder Plastik (z.B. Wattestäbchen) oder in Papier und Plastik oder nur in Papier oder lose (z.B. Tee) kaufst.
Was frische Backwaren angeht, so haben wir wirklich gute Erfahrungen mit unseren Baumwollsäckchen (z.B. von Naturtasche) gemacht. Bisher haben uns immer alle bereitwillig Brot, Brötchen oder Stückchen in unsere mitgebrachten Beutel gepackt.
Die Baumwollsäckchen eignen sich auch hervorragend, um darin loses Obst oder Gemüse abzupacken. In manchen Geschäften bekommst du an der Kasse auch das Gewicht des Beutels abgezogen (steht bei den Naturtasche-Beuteln, auch bei Säckchen von anderen Herstellern wie z.B. Re-sack auf dem eingenähten Etikett). Einfach freundlich fragen!
In Sachen Klopapier, Shampoo und Spülung sind wir im Internet fündig geworden (mehr dazu unter H wie Hygiene). Taschentücher (siehe Tatütas) und Feuchttücher stellen wir selber her.
Viele Anregungen haben wir aus Büchern zum Thema, die wir euch in L wie Literatur vorstellen werden.
Fazit: Kaufe, wann immer möglich, unverpackt ein. Wenn dies nicht möglich ist, entscheide dich für die umweltfreundlichere Verpackung (weniger Müll, Papier oder Glas statt Plastik). Besser Mehrweg als Meerweg (das ist der Ort, an dem unser Plastik endet.) Vermeide Verbundsysteme. (Sie sind sehr schwer und kostspielig wiederzuverwerten und Umweltverbände mutmaßen, dass weit weniger Tetra Paks recycelt werden als vom Unternehmen angegeben.)
Und nach dem Einkauf? Trenne deinen Müll vorschriftsmäßig. Nähere Infos hierzu erhältst du bei den Entsorgungsbetrieben deiner Stadt. Hier findest du einen interessanten Artikel zum Thema Müll.
Ein Gedanke zu “C wie Clever einkaufen”